Dienstag, Juni 24, 2008
Wie der hehre Ritter Lenski auszog, die Dummheit zu bezwingen
Auf dem Bad Science Blog hat Ben Goldacre den Austausch in einen Post zusammengefasst, so dass man sich zum Lesen noch nicht mal auf Conservapedia die Augen schädigen muss. Lest es durch, auch wenn die Antworten von Lenski lang sind. Sie sind es wert, jeder einzelne Satz.
Die Konkurrenz wächst!
Ich bin jedenfalls gespannt was in nächster Zeit noch alles kommt und empfehle euch natürlich allen, mal bei Ele auf Selective Sweep vorbeizuschauen!
[1] Ele ist ein ehemaliger Kommilitone und jetzt Mitdoktorand in Karlsruhe. Ich hab also ein wenig Einblick in seine Arbeit und freue mich deshalb noch mehr auf seine Posts.
JoVE - Journal of Visualized Experiments
Ja, ihr habt richtig gelesen: peer reviewed und open access! Der Schwerpunkt liegt bei JoVE auf der Beschreibung von wissenschaftlichen Methoden. Ist ja auch leicht nachvollziehbar - anstatt eine bestimmte Technik aus dem Methodenteil eines Papers zu lernen ist es leichter, sie einem Profi abzuschauen. Gerade in den Life Sciences (den Begriff kann ich übrigens nicht leider, aber er ist zumindest kürzer als medizinische/biochemische/molekularbiologische/... Forschung) gibt es eine Unzahl von spezialisierten Methoden, und ihre Anzahl wächst beständig. Das hat zur Folge, dass man schon nach relativ kurzer Zeit eigentlich nur noch die Methoden aus dem eigenen Fachgebiet anwenden kann. JoVE möchte diese Situation verbessern, und auch quasi einen Standard für eine Methode setzen, so dass auch die Reproduzierbarkeit von Ergebnissen verbessert wird. Alles große Ziele, es bleibt abzuwarten wie weit sich JoVE durchsetzen kann.JoVE: What is it?
Journal of Visualized Experiments (JoVE) is a peer reviewed, open access, online journal devoted to the publication of biological research in a video format.
Als kleinen Vorgeschmack verweise ich euch zu einer Standardmethode, wenn man mit Zellkulturen arbeitet: Dem Zählen von Zellen und der Bestimmung der Lebensfähigkeit. (Man kann die Videos wohl irgendwie auch auf anderen Seiten einbinden, ich habe aber aber bisher noch nicht herausgefunden wie.)
Ricardo R., Phelan K. (2008): Counting and Determining the Viability of Cultured Cells. JoVE. 16. http://www.jove.com/index/Details.stp?ID=752, doi: 10.3791/752
Samstag, Juni 14, 2008
Von Giraffen und Archen
Wie ich gerade auf dem Barcode of Life Blog gelesen habe, könnte man nach neuesten DNA-Daten die Giraffe in sechs Arten aufteilen. Von den afrikanischen Giraffen sind schon seit längerem mehrere Unterarten bekannt, die sich in ihrem Verhalten, ihrem Fleckmuster des Fells, und ihrer geographischen Verteilung unterscheiden. David M. Brown und Kollegen haben sich nun mit Hilfe von zwei etablierten molekularbiologischen Methoden (mitochondriale DNA, mtDNA und Mikrosatelliten) der Populationsgenetik der Giraffen angenommen. Und dabei stellte sich heraus, dass sich die getesteten Giraffen in sechs monophyletische Gruppen aufteilen lassen. Diese Gruppen stimmen sehr gut mit dem Fleckmuster und der geographischen Verteilung überein.

Abb. 1 aus Brown et al. zeigt die geographische Verteilung und das Fleckmuster neben dem phylogenetischen Baum der untersuchten Giraffen.
Die Autoren konnten berechnen, dass diese Gruppen 0,13 bis 1,6 Millionen Jahre in ihrer Reproduktion isoliert waren. Außerdem scheint es sogar in Gebieten, wo mehrere dieser Gruppen zusammen vorkommen, keine Hybriden zwischen den Gruppen zu geben. Dies könnte an dem unterschiedlichen Fleckmuster oder dem unterschiedlichen Verhalten (oder beidem) liegen. Die Autoren argumentieren nun, und ich meine nicht grundlos, dass man vielleicht nicht mehr von Unterarten, sondern von mehreren verschiedenen Giraffenarten ausgehen sollte. Wie ich ja selbst erst vor kurzem berichtet habe (siehe auch den Post von JLT auf Evil under the Sun zu dem Thema), ist der Begriff der Art nicht wirklich gut definiert. Bei den Giraffen hier treffen aber sogar mehrere der Definitionen zu: Die Giraffengruppen bilden Reproduktionseinheiten, die voneinander isoliert sind (und das wohl seit mindestens 130000 Jahren). Es sind morphologische und Verhaltensunterschiede zwischen den Gruppen festzustellen. Die Gruppen stellen Populationen dar, deren Evolution getrennt voneinander verläuft (gezeigt auf molekularer Ebene).
Auf dem Barcode of Life Blog wird nun diskutiert, wie das bei den anderen Arten von Säugern aussehen könnte. Wenn man aus Giraffen, die sich schon äußerlich so stark unterscheiden, mit Hilfe von molekularen Nachweisen sechs Arten machen kann, wie sähe das dann bei anderen Arten aus, die vielleicht nicht so einfach äußerlich zu unterscheiden sind? Und das bringt uns zurück zum Anfang dieses Posts. Wenn es schon eng gewesen wäre auf der Arche mit nur einem Giraffenpaar, wie hätte es dann mit insgesamt 12 Giraffen ausgesehen (zwei pro Art)? Jetzt muss man das nur noch hochrechnen auf die ganzen anderen Arten, die bisher noch nicht erkannt sind, und es wird ziemlich kuschlig.
Brown DM et al. (2007): Extensive population genetic structure in the giraffe. BMC Biology 5:57.
Mittwoch, Juni 11, 2008
Meta
Die Abstimmung zu WGSDLBB ist übrigens wieder online, und noch ist ein paar Tage Zeit zum Abstimmen.
Noch ein kurzer Punkt: Ich hab mittlerweile eine Account bei SciLink, so einer Art Facebook für Wissenschaftler. Der Vorteil für uns Wissenschaftler (und es sind schon über 40000 dabei) ist, dass wir die Kontakte nicht mehr selbst herstellen müssen. Durch Auswerten von Literatur (angeblich über 104 Mio. Publikationen) kann man so schon mit jeder Menge Kontakten starten, sofern man schon Mitautor auf nem Paper ist. Mein Profil ist leider nur rudimentär vorhanden (wie gesagt, die Zeit), aber wer will kann mich ja als Kontakt hinzufügen.
Freitag, Juni 06, 2008
Inspiration!
Der Kopf schwirrt vor neuen Ideen, ein gutes Gefühl!
Sonntag, Juni 01, 2008
Was ist eine Art? Eine Leseempfehlung
[1] Er schreibt nicht nur Artikel, sondern auch sehr gute Bücher. Ich habe bisher erst Parasite Rex gelesen, doch man hört auch über seine anderen Bücher nur Lob, und zwar sowohl von Experten wie auch von Laien. Diese Brücke zu schlagen, zwischen Detailreichtum und Verständlichkeit, schaffen nur wenige. Sein neustes Buch, Microcosm: E. coli and the New Science of Life, werd ich mir demnächst auch zulegen.
[2] Von ihm hab ich mir das Bild von der Art als Maßeinheit ausgeliehen. Ich gebs demnächst wieder zurück, versprochen!
Freitag, Mai 30, 2008
Solange der Bohlen nicht in der Jury sitzt...
Sonntag, Mai 25, 2008
kleine Ablenkung
Lord of the Rings: an allegory of the PhD?
The story starts with Frodo: a young hobbit, quite bright, a bit dissatisfied with what he's learnt so far and with his mates back home who just seem to want to get jobs and settle down and drink beer. He's also very much in awe of his tutor and mentor, the very senior professor Gandalf, so when Gandalf suggests he take on a short project for him (carrying the Ring to Rivendell), he agrees.
Frodo very quickly encounters the shadowy forces of fear and despair which will haunt the rest of his journey and leave permanent scars on his psyche, but he also makes some useful friends. In particular, he spends an evening down the pub with Aragorn, who has been wandering the world for many years as Gandalf's postdoc and becomes his adviser when Gandalf isn't around.
After Frodo has completed his first project, Gandalf (along with head of department Elrond) proposes that the work should be extended. He assembles a large research group, including visiting students Gimli and Legolas, the foreign postdoc Boromir, and several of Frodo's own friends from his undergraduate days. Frodo agrees to tackle this larger project, though he has mixed feelings about it. ("'I will take the Ring', he said, 'although I do not know the way.'")
Den Rest der Story gibts hier.
[via Bayblab]

