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Sonntag, August 03, 2008

Radio Lab: Tell Me A Story

Ich hab ja vor ein paar Monaten schon mal über die Radiosendung/den Podcast Radio Lab geschrieben. Zur Zeit laufen Kurzbeiträge, während die nächste Staffel von regulären Folgen produziert wird. Der neuste von diesen Kurzbeiträgen heißt Tell Me A Story. Darin enthalten ist die Rede des Radio Lab-Moderators Robert Krulwich zur Abschlussfeier von Caltech. In seiner Rede vermittelt er den frischgebackenen Absolventen der Uni, warum es so wichtig ist, die (eigene) Wissenschaft spannend und lebendig Nichtwissenschaftlern zu vermitteln. Das erklärt er unter anderem am Beispiel von Newton, der ein schlechter Vermittler von Wissenschaft war, und Galileo, der seine Erkenntnisse viel allgemeinverständlicher erklärte - dies jedoch nicht durch extreme Vereinfachung der Daten. Laut Krulwich ist das einer der Gründe, wieso Galileo dem Establishment ein so großer Dorn im Auge war: Jeder konnte seine Bücher lesen und nachvollziehen, und wer nicht lesen konnte, der konnte der Erzählung eines Buches von Galileo folgen.
Weitere Beispiele sind Heisenberg und Schrödinger, und auch die Kreationisten mit Adnan Oktar und seinem Buch. Aber was viel wichtiger ist, ganz egal welche Beispiele Robert Krulwich gewählt hätte, die Rede ist so packend und eloquent gehalten, es lohnt sich auf jeden Fall sich die ca. 30 Minuten anzuhören. Sie ist auf jeden Fall eine angenehme Bestätigung für uns Wissenschaftsblogger - wir sind, um im Bild zu bleiben, die Galileos und nicht die Newtons des Web 2.0 ;-)

WNYC Radio Lab - Tell Me A Story [MP3]

Freitag, April 11, 2008

Synthetische Biologie bei Radio Lab

Ich weiß, der letzte Post ist schon ein wenig her...aber zur Zeit gibt es einfach viel zu tun, und die Arbeit geht vor. Deshalb jetzt auch nur ein kürzerer Post.
Ich höre gerne Podcasts, und hab eigentlich immer mehr abonniert als ich Zeit zum Hören hab. Radio Lab ist einer von den Podcasts, die in meiner Liste Dauergast sind, und nicht irgendwann gegen einen anderen ausgetauscht werden. Radio Lab ist eine Produktion des New Yorker Radios WNYC und nimmt sich pro Folge ein Thema aus Wissenschaft, Philosophie oder Kunst vor. Das machen mittlerweile viele Shows, von denen kann sich Radio Lab aber durch einen ganz eigenen Stil absetzen. Das ganze wirkt erst mal ungewohnt, es gibt eigentlich keine normalen Interviews, dafür sind oft Sounds unterlegt. Teilweise werden auch Vorkommnisse fast schon nachgespielt. Ohne dass es insgesamt reißerisch wirkt, ganz im Gegenteil. Die Leute schaffen es, eine sehr packende Atmosphäre zu schaffen, und trotzdem (oder gerade deswegen) viel Information rüberzubringen.
In der letzten Folge (So-Called) Life ging es ein wenig um die Frage, wie man Leben eigentlich definieren kann, und dann für den Großteil der Show um synthetische Biologie. Die meisten der großen Namen wie George Church und Craig Venter waren dabei, und auch ein paar von den Studenten von diesem Wettbewerb für synthetische Biologie von Drew Endy am MIT. Insgesamt sehr spannend gemacht, auch für jemanden der über das Thema informiert ist.
Mir ist aber dann doch noch etwas aufgefallen, das in den nächsten Jahren wohl auf uns zukommen wird: Nachdem die Leute jetzt langsam akzeptieren, dass es so etwas wie Evolution gibt, und dass das Leben vor ca. 3,5 Milliarden Jahren entstand und sich bis heute immer weiter entwickelte, wollen wohl manche dieser Leute den nächsten logischen Schritt nicht wahrhaben, nämlich dass dieses Leben auf ein paar Chemikalien beruht, und mehr nicht. Diesen Gedanken brachte einer der Moderatoren, Robert Krulwich, zum Ausdruck, als es um das Schaffen von neuartigen Lebewesen durch die synthetische Biologie ging. Seiner Meinung nach sei das nicht möglich, weil die Evolution eben so lange dafür gebraucht habe.
Irgendwie brauchen die meisten Menschen wohl das Gefühl, über anderen Dingen stehen zu können. In der großen Abfolge der Erkenntnis sah das dann wohl so aus: Wir sind nicht Zentrum des Universums! Naja, wenigstens aber Zentrum des Sonnensystems, oder? Auch nicht? Aber der Mensch steht auf der Erde über Tier und Pflanze...Was? Noch nicht mal das?!? Dann trösten wir uns eben damit, dass es mehr als 3 Milliarden Jahre gedauert hat, bis es den Menschen gab.
Und jetzt wird wohl doch die Vorhersage von Freeman Dyson wahr werden, dass die nächste Generation von Menschen mit dem Gen-Baukasten statt dem Elektronik-Baukasten aufwächst.

Sonntag, März 01, 2009

Gutes für die Ohren 2

Hinter den Kulissen bin ich immer noch dabei, an der nächsten Folge der Paperbesprechung zu basteln. Deshalb gibts heute nur schnell Podcastempfehlungen.

Über den Radio Lab Podcast hab ich schon ein paar Mal berichtet. In der aktuellen Folge geht es - um wen sonst? - um Darwin. Wer hören will, wie Charles Darwin und Francis Crick (ja, der mit der Struktur der DNA) miteinander verbunden sind, muss sich aber die halbe Stunde komplett anhören. Ich verrate nicht wann diese nette Info kommt!

WNYC' Radio Lab: Darwinvaganza [MP3-Link, 27:25]



Nach so viel Wissenschaft will man aber auch gut unterhalten werden. Dafür kann ich die letzten drei Folgen StarShipSofa empfehlen, in denen die nominierten Kurzgeschichten der diejährigen British Science Fiction Awards zu hören sind. Besonders Ted Chiang halte ich für einen der besten Autoren, die wir zur Zeit haben. In "Exhalation" schafft er es, Roboter, Anatomie und freien Willen mit Anspielungen auf den "Big Freeze" und der Multiversum-Hypothese zu verbinden. Großartig!
Und wenn diese Kurzgeschichte für mich jetzt schon als Gewinner feststeht, sind die anderen beiden Nominierten auch empfehlenswert. Da wäre einerseits M. Rickerts "Evidence of Love in a Case of Abandonment" über eine Welt, in der die Pro-Life-Fraktion gewonnen hat, und andererseits Paul McAuleys "Little Lost Robot" über einen enormen Roboter, der unsere Galaxis durchfliegt und alles Leben plattmacht.

StarShipSofa
Ted Chiang: "Exhalation" [MP3-Link, 46:59]
M. Rickert: "Evidence of Love in a Case of Abandonment" [MP3-Link, 30:41]
Paul McAuley: "Little Lost Robot" [MP3-Link, 40:23]